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Der Wahnsinn des Digitalen!
Seit über 40 Jahren bin ich in der EDV-Welt tätig. In dieser Zeit habe ich viele Höhen und Tiefen erlebt, Produkte entstehen und verschwinden sehen – und vor allem den Wandel von der lokalen IT hin zur Cloud miterlebt.
Eigentlich soll IT den Menschen entlasten und Prozesse effizienter machen. Daran habe ich jedoch zunehmend Zweifel. Die Dokumentationspflichten nehmen stark zu, und vieles wird immer komplizierter. Systeme funktionieren teilweise über sehr lange Zeiträume hinweg nicht zuverlässig.
Ein Beispiel: Software hat oft nur eine Lebensdauer von etwa fünf Jahren, bevor sie abgelöst oder „neu verpackt“ als App wieder vermarktet wird. Betriebssysteme halten im Schnitt etwa zehn Jahre. Eine Lebensversicherung hingegen kann 50 Jahre oder länger bestehen. Das bedeutet, dass es während eines Versicherungsvertrags fünf bis zehn Betriebssystem-Updates gibt. Bei einigen dieser Updates sind sogar Daten verloren gegangen – ein untragbarer Zustand.
Auch im Alltag zeigt sich diese Entwicklung: Bei Discountern wie Lidl oder Aldi kann man bestimmte Angebote nur noch mit einem modernen Smartphone nutzen. Bei der Bahn benötigt man Apps für Tickets oder zum Vorzeigen beim Schaffner. In Parkhäusern wird häufig nur noch das Bezahlen per Handy angeboten.
Doch was passiert, wenn kein Empfang vorhanden ist? Wenn der Vertrag ausgelaufen ist? Oder wenn das Handy verloren geht oder gestohlen wird? Es gibt viele Situationen, in denen diese digitale Abhängigkeit problematisch wird.
Aus diesem Grund bin ich vor einigen Jahren dem Verein „Digitalcourage“ in Bielefeld beigetreten, der sich für ein sozialverträgliches digitales Leben einsetzt. Außerdem bin ich als Digital-Botschafter in Rheinland-Pfalz tätig und versuche, insbesondere Senioren den Umgang mit Elektronik und IT näherzubringen.
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