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Haltern 2008

Dyas Regatta Haltern

Eindrücke von Rolf Weber und Marcus Schlegel Dyas GER 3, GER 1019 auf der Piste oder W.T.

Nachdem wir an der Rheinwoche teilgenommen hatten, die für Marcus den Frischling sehr anstrengend war, traute ich mich kaum Marcus den Vorschlag zu machen in Haltern das Training und die Regatta mit zu machen. Doch er fand es gut zu trainieren, wir hatten zuvor an Pfingsten an der Rheinwoche teilgenommen und erreichten dort von fünf Dyas den Zweiten Platz punktgleich mit der dritten Dyas und Marcus sah grossen Bedarf an einem Training und natürlich die Regatta mit zu segeln.

Unsere Planung war, da wir kurzfristig meldeten, vor Ort ein Hotel zufinden, doch es kam anders wie man denkt.

Nachdem W.T. Im Wasser lag kam Marcus aus Bielefeld an. Wir stellten den Mast, wobei ich ein mulmiges Gefühl hatte, da ein Vereinskamerad zwei Wochen vorher beim Maststellen drei Finger verloren hatte, weil er alleine den Mast gestellt hatte und eine Boe von hinten den Mast nach vorne umwarf und seine Finger in den Mastschlitz kamen.

Der Mast stand dann endlich und wir kamen zu spät zum Donnerstagstrainig.

Ich behaupte von mir das ich segeln kann (Euros in der O-Jolle, Finn und WM in 420er, mehre Jahre Leistungspaß bei Carlo Seyfarth und diverse Meisterschaften), deshalb nahmen wir nur halbherzig am Traing teil.
Freitagstraining war von den Wetterverhältnissen wunderbar und wir fuhren mit Begeisterung die kleinen Kurse, lernten den See kennen und den Saugbagger mit seinen langen Rohren zum Land. Klaus erklärte uns; der See wird bis auf eine Tiefe von 25 Metern ausgebaggert und es wird ein Quarzsand gefördert zur Produktion von Spiegeln.
Wir fuhren mit W.T. einer alten Dyas von Jens Leicher (vielen Dank für die Unterstützung) und bei den Trainingsläufen fuhren wir so lala. Dyas GER 1378, das erste Henze Boot von Carlo Seyfarth mit dem wir die Warnemünder Woche gewonnen hatten fuhr uns immer davon.
Da wir bei Marcus in Bielefeld schliefen hieß es für uns jeden Tag eine Stunde Hin- und Rückfahrt.
Doch nun zur Veranstaltung, die im Rahmen der Halterner Seetage, hervorragend von
Klaus Torner und Detlef Brox organisiert wurde.

Am Freitagabend gab es von dem Sponsor "Lakeside Inn", einer Bierschwemme ähnlich, ein Abendessen, mit Bildern und einen Video vom DYAS Segeln. Auf dem Nachhausweg nach Bielefeld um Mitternacht erwischte uns dann die Autobahnsperre, aufgrund eines grossen Unfalls am Kamener Kreuz, wobei vier Menschen verbrannten. Mit der Maßgabe Kurs Ost, schlängelten wir uns Hilfe des Navigationssystems (Kompassfunktion, ohne Karten ist es doch schwerer) über Landstrassen langsam nachhause und kamen um 2:30 endlich ins Bett, Start war ja um 13:00 Uhr
Um 10:00 Uhr Anruf auf dem Handy, der Start ist um 12:00 Uhr; Hektik war nun angesagt, aber ich beruhigte Marcus, in der Ausschreibung im Internet steht 13:00 Uhr. Nach einem Rückruf klärte sich alles auf. In der Segelanweisung stand 12:00 Uhr und der Wettfahrtleiter bat doch um 12:00 Uhr zu starten, wenn wir später kommen würden, würde uns ein Motoboot rausschleppen und der Start erfolge wenn wir da seien. Doch nach einer nervösen Fahrt; die A2 war immer gesperrt erreichten den Hafen um 11:30 Uhr, aufs Boot, Segel hoch, Motorboot nicht da, kamen zum Start fünf Minuten vor der Zeit.
Start bei 3-4 Windstärken von Ost. Da die Regatta im Rahmen der "Halterner Seetage" stattfand musste der Start vor dem Strandbad stattfinden und die Bahn war so ausgelegt, daß wir immer daran vorbeisegeln mussten; ein sehr flacher olymipischer Kurs.
Der Start gelang uns garnicht und wir erreichten das Luvfass um den zehnten Platz und dann gings zur ersten Raumtonne, die in einer kleinen Bucht lag. Zwei Dyas vergassen sie zu runden und mussten zurücksegeln, zwei Plätze gewonnen! Dann die erste richtige Kreuz am Strandbad vorbei unter lauter Kommentierung wie beim Fussballspiel. Man durfte nicht die ganze Breite dieser Einengung des Sees nutzen, weil man dann in die Abdeckung geriet wie bei der Raumtonne. Also mit kurzen Schlägen von 50 m bis zum Startschiff, Entscheiden ob man rechts oder links in die breite Bucht einläuft, wo die Luvtonne etwas links zur Startlinie lag. Das war nicht einfach, wenn der Wind auffrischte drehte der Wind nach rechts und man war der Gelackmeierte wenn man links war. Marcus bekam langsam Probleme mit den Fingern, denn der Wind hatte in den Böen bestimmt 5 Windstärken. Wir kämpften uns langsam vor, was nicht einfach war, da man nicht nur sich mit Dyasen rumschlagen musste, sondern auch mit J22 die man einholte und 15ern die einen einholten und vielen anderen Bootsklassen, da immerhin 50 Boote unterwegs waren, also Sport an allen Ecken und Kanten.
Dann der zweite Lauf, der Start war viel besser und wir waren anfangs Zweiter hinter Detlef Schweitzer, doch trotz aller Mühe, die Stars mit den neuen Booten und Segeln zogen besonders unter Spi an uns vorbei. Was einen doch sehr verwunderte, das am Strandbad eine Vorführung der DLRG mit Tauchern stattfand, während wir mit kurzen Schlägen uns ins Ziel kämpften. Wir wurden bis zum vierten Platz durchgereicht und waren sehr zufrieden mit der Platzierung. Es hätte noch einen Lauf geben können, Wind und Wetter gaben dies ohne Probleme her, doch bei einigen Crews die Kondition nicht und im besonderen die Finger von Marcus, die an einigen Stellen bluteten. Die Handschuhe die er benutzte hatten kurze Finger, die sich zusammenrollen und er nun doch mit den Schoten direkt in Kontakt kam.

Abends dann Fahrt mit Bus oder eigenen PKW zum Strandbad, wo ein Buffet auf uns wartete und danach ein Livekonzert am Strand. Beim Abendessen, einem warem Grillbuffet, zu dem wir eingeladen waren kam die Frage auf, wer schreibt den Bericht, keiner wusste wer der fünfte war, Ergebnisse gab es noch nicht, (die Regattagemeinschaft hatte eine neue Software und keiner kam mit klar) und so wurde spekuliert, immer mehr kamen zu dem Schluß, wir müssten das sein, aber keiner war sich sicher. Wenn wir es wären, fänden wir es toll, glaubten es aber nicht. Nach dem Essen ging es zum Freilichtbühne mit dem Livekonzert, wir hatten keine große Lust, waren müde und fuhren unser 100 km in Ruhe nachhause, sahen die großen Brandflecken auf der Autobahn und diskutierten über das Nebeneinander von LKWs und PKWs auf der Autobahn.

Sonntagmorgen ein Frühstück in Ruhe, Fahrt gemächlich zum Club, Blick auf aushängende Ergebnissliste, Fünfter im ersten Lauf W.T. WIR!!!
Und die Verpflichtung den Bericht zuschreiben.

Mittelmäßiger Start , nicht soviel Wind um die 2 Beaufort, Ergebnis 10ter naja. Glücklich mit so einem alten Schiff (ca. 27 Jahre) und alten Segeln (ca. 12 Jahre) immerhin sechster geworden zu sein und der Erkenntnis bei Wind kann ich durch Erfahrung mithalten, bei normalen Verhältnissen ist es schwer mitzuhalten.

Dann das Kranen, es gibt immer welche die gleicher sind als andere. Ein großes Schild am Kran wies daraufhin das dieser See ein Wasserschutzgebiet sei für die Trinkwasserversorgung, aber zwei Dyase mussten unbedingt Ihr Schiff mit Reinigern säubern. Wir reden von Umweltschutz, haben im DSV Umweltbeauftragte und dann sowas!
Einen besonderen Dank an Detlev und Klaus die uns zu einem kleinem aber schönen Revier gelockt haben, es toll organisiert haben, neue Ideen hatten und eine Bereicherung für die Klasse sind.
Ich wäre nicht Rolf, wenn es nichts meckern gäbe: Nutzt doch den ganzen See, dann wäre es noch schöner!

Euer Rolf und Marcus von der W.T. (Wilhem Tell) Koblenz 01.07.2008